Vom Anfang bis zum Amt...
Älter als angenommen!
Die erste Erwähnung Trittaus ist für das Jahr 1239 verbürgt. In einer Urkunde übertrug der Hamburger Domprobst Bruno dem in Köthel an der Bille liegenden Zisterzienserkloster die Trittauer Kirche: "...et eam que iam edificata est inde truttowe...". Das aber deutet darauf hin, daß es den Ort Trittau schon vorher gab. Und tatsächlich: In einer Grenzbeschreibung der Ratzeburger Diözese wird ein "aqua Trvtauen" überliefert. Diese aber stammt aus dem Jahr 1167!
TRVTAUEN? TRUTTOW? TRITTAU!
Die heutige Schreibweise des Ortsnamens hat viele Abwandlungen hinter sich. Die erste verbürgte ist TRVTAUEN. Was aber bedeutet das? Sicher ist, daß es sich um ein altpolabisches Wort handelt. Dies kann entweder mit "Drohnefluß" oder "Ort, wo die Drohnen sind" übersetzt werden. Wahrscheinlicher ist die letzte Möglichkeit. Im Laufe der Zeit wurde daraus dann Trittau.
Erst die Slawen dann die Sachsen?
Vom 7. bis zum 12. Jahrhundert war die Linie zwischen Trave und Bille Grenzgebiet: im Osten siedelten die Slawen, im Westen die Stormarner, Angehörige des Sachsen-Stammes. Trittau lag in diesem Grenzgebiet. Ortsname und die Siedlungsstruktur lassen darauf schließen, daß das Dorf ursprünglich eine slawische Gründung war, die später durch Stormarner kolonisiert wurde. Im Zuge der Kolonisation bluteten viele slawische Dörfer aus. Die Bewohner wurden entweder vertrieben oder sie siedelten sich in einem abgeteilten Bereich der alten Feldmark - oft auf mäßigen Böden, dem sogenannten "Klein" oder "Wendisch-Dorf" - an, auf dem sie weiter nach ihrem slawischen Recht leben konnten. Die heutige Flurbezeichnung "Lütjendorp" für das Trittauer Hochplateau läßt darauf schließen, daß dies auch in Trittau der Fall gewesen sein könnte. Lange Zeit teilte sich der Ort noch in "Groß-Trittau" und "Klein-Trittau".
Das Kirchspiel Trittau
1248 wurde das Kirchspiel Trittau gegründet. Insgesamt waren neun Dörfer eingepfarrt: Grande, Grossensee, Grönwohld, Hamfelde, Köthel, Lütjensee, Rausdorf, Trittau und Witzhave. Die Eingesessenen dieser Orte mußten fortan zum Gottesdienst in die Trittau Kirche. Der Kirchspielort Trittau bildete nicht nur den religiösen Mittelpunkt, sondern übernahm auch andere zentralörtliche Funktionen: er war wirtschaftlicher, kommunikativer und kultureller Mittelpunkt. Später entwickelte sich das Kirchspiel weiter zu einer Selbstverwaltungskörperschaft unterhalb der Amtsebene.
Die Trittauer Burg
Im Zeitraum 1326/27 ließ Graf Johann III. von Plön, genannt "der Milde", eine Burg in Trittau errichten. Dies geschah aus zweierlei Gründen. Zum einen galt es, ein militärisches Bollwerk am südöstlichen Vorposten der Plöner Teilgrafschaft zu errichten. Zum anderen wurde sie Mittelpunkt des Vogteibezirkes und damit Zentrum der lokalen Administration. Mittelpunkt der Burg war ein steinerner Bergfried, der Verteidigungsturm. Er war mittels eines Wassergrabens, der sich aus der Mühlenau speiste, von den Wirtschaftsgebäuden getrennt. Diese Zweiteilung ist typisch für Burgen. Zwar ist die Burg als solche nicht mehr existent, aber auf der heutigen Trittauer "Krim" können immer noch Wassergraben und Standort besichtigt werden.
Aus dem Vogteibezirk erwuchs das Amt Trittau. Von 1544 bis 1773 gehörte es zum Herzogtum Gottorf. Insgesamt bildeten 36 Dorfschaften das Amt. Es reichte bis Rümpel, Neritz, Nahe, Stuvenborn und Sievershütten! Seinen Sitz hatte der Amtmann auf dem Trittauer Schloß bzw. der ehemaligen Burg. 1773 wurden die Ämter Reinbek und Trittau unter die Administration eines gemeinsamen Amtmannes gestellt. Weil das Schloß baufällig war, nahm er dann seinen Sitz in Reinbek. Das Schloß wurde verkauft und später abgerissen.
Leben und Arbeiten: Die Trittauer Wassermühle(n)
Seit 1599 sind mehrere Mühlen für Trittau überliefert. Neben der Kornmühle, dem Wahrzeichen und Wappenmotiv des Ortes, gab es noch eine Säge- und eine Kupfermühle. Um 1650 unterstanden Korn- und Sägemühle direkt der Verwaltung des Schlosses, später wurden sie in Zeit-, dann in Erbpacht vergeben. Langjährige Erbpächter war die Müllerfamilie Holst. In früheren Zeiten gab es den sogenannten Mühlenzwang: die Untertanen der umliegenden Dörfer waren verpflichtet, ihr Korn nur in der Trittauer Mühle mahlen zu lassen.
Das heutige Wassermühlengebäude wurde erst 1701 erbaut, nachdem die alte Mühle abgebrannt war. Bis 1973 war sie in Betrieb, und noch heute zählt sie zu den wenigen Mühlen, deren Technik noch weitgehend erhalten ist. Man nutzt sie jetzt dazu, um Strom zu gewinnen. In den 1990er Jahren wurde die Wassermühle von der Gemeinde zu einem Kulturzentrum umgestaltet. Heute finden dort regelmäßig Ausstellungen und Konzerte statt.
"Von harten Zeiten bis zum Luftkurort"... Zeitreise 2

