Von harten Zeiten bis zum Luftkurort...

 

Von der Mühle zum Krug
Die Trittauer Sägemühle gibt es nicht mehr. Der Merian-Plan von 1650 weist sie gegenüber der heutigen Wassermühle aus, dort, wo heute das Gebäude des ehemaligen Gasthauses Hinsch steht. Dieses Haus ist eines der ältesten in Trittau. Es wurde 1695 als Krugwirtschaft errichtet. Es lag verkehrsgünstig an der "Mecklenburgischen Landstraße", die Hamburg mit Rostock verband, und war über Jahrhunderte ein beliebter Treffpunkt der Trittauer.

Trittau im Dreißigjährigen Krieg
Auch Trittau blieb nicht vom 30-jährigen Krieg verschont. Durch seine Lage im südöstlichen Holstein war es schon immer Einfallstor kriegführender Heere. 1627 war es wieder einmal soweit. Die vereinigten Heere Tillys und Wallensteins eroberten das Trittauer Schloß und nahmen hier Quartier. Alleine das Heer Tillys bestand aus 30.000 Mann. Wie sehr die Trittauer Bevölkerung unter der Einquartierung gelitten haben muß, kann man sich vorstellen.

Vom Zarenthron zum Dannebrog
1742 wurde der Gottorfer Herzog Karl Peter Ullrich zum russischen Thronfolger ernannt und ging an den Zarenhof. Da auch das Amt Trittau zu Gottorf gehörte, nannte es sich seitdem "Großfürstlich", seine Geschicke wurden nun von Rußland aus gelenkt. 1773 trat der Vertrag von Zarskoje Selo in Kraft. Er brachte fast ganz Schleswig und Holstein unter die Herrschaft des dänischen Königs. Von da an wurden die Trittauer Untertanen bis 1867 vom dänischen König regiert.

Berühmter Einwohner: Campe in Trittau
Noch heute erinnert der Campe-Stein, an einen berühmten Trittauer Einwohner: Joachim Heinrich Campe(1746-1818). Er war ein bedeutender Pädagoge und Schriftsteller der Aufklärung. 1783 zog er in die ländliche Stille Trittaus und siedelte sich mit einigen seiner Schüler auf dem ehemaligen Amtshof an. Hier schrieb er u.a.hier die ersten fünf Bände seines Werkes "Allgemeine Revision des gesamten Schul- und Erziehungswesens." 1786 verließ Campe Trittau dann wieder.

Die Preußen kommen!
Nach dem deutsch-dänischen Krieg (1864) und dem deutschen Krieg Preußens gegen Österreich (1866) war der Weg zur preussischen Annexion der Herzogtümer Schleswig und Holstein frei. So wurde auch Trittau 1867 preussisch und war fortan dem neugebildeten Kreis Stormarn zugehörig. 1888 wurden mit der neuen Kreisordnung neue Amtsbezirke gebildet. Das Amt Trittau blieb bestehen, verkleinerte sich aber beträchtlich.

Die Eisenbahn
1887 kam die Eisenbahn nach Trittau. Der Bau der Strecke Bad Oldesloe - Schwarzenbek band Trittau an die Welt an, nun konnten Waren und Menschen schnell und bequem befördert werden. Bis 1976 wurden hier Personen befördert. Von 1905 bis 1907 wurde eine zweite Strecke, die sogenannte Südstormansche Kreisbahn, angelegt, die bis zu ihrer Einstellung 1952 nach Tiefstaak führte.

Luftkurort Trittau
Die Bahnanbindung schuf die Voraussetzung dafür, daß vermehrt Touristen kamen. Überall entstanden Pensionen, und das Geschäft mit dem Fremdenverkehr blühte. Insbesondere Gäste aus Hamburg suchten Trittau in Scharen auf. Noch heute zeigt die Architektur vieler Trittauer Häuser, daß früher einmal Gäste in ihnen beherbergt wurden.

 

"Das 20. Jahrhundert" Zeitreise 3