Das 20. Jahrhundert

Die Moderne ist da!
Spätestens mit dem Bau der Eisenbahn hielt auch die Moderne langsam Einzug in Trittau. In den Jahren um die Jahrhundertwende begann sich das Bild des Ortes zu wandeln. Straßen wurden befestigt, eine rege Bautätigkeit setzte ein. Hier nur einige Beispiele: Bau der Meierei 1894, Anbringung von Straßenlampen 1885, Verbreiterung der Dorfstraße 1904, Elektrische Beleuchtung im Ortskern 1914/15, Modernisierung der Ziegelei...

Trittau im Nationalsozialismus
Schon 1927 wurde in Trittau eine Ortsgruppe der NSDAP gegründet. Wie überall in Deutschland griffen Gleichschaltung und Verfolgung nach der Machtübertragung auf die Nationalsozialisten 1933 auch in Trittau. Das Protokollbuch des Sozialdemokratischen Ortsvereins z.B. legt davon ein beredtes Zeugnis ab. Nur einem glücklichen Umstand ist es zu verdanken, daß es eingemauert die NS-Herrschaft überstand. Heute wird es im Kreisarchiv Stormarn verwahrt und ist in Kopie im Archiv in Trittau einzusehen.

Das Ende des Zweiten Weltkrieges
Trittau blieb nicht von Kampfhandlungen verschont. Ende April, der Krieg war eigentlich längst verloren, brachten sich Soldaten im Dorf in Stellung. Deswegen mußten die über Hamfelde kommenden britischen Truppen am 1. Mai 1945 Trittau von der Hahnheide aus unter Beschuß nehmen. In Dorf waren mindestens zwei Tote zu beklagen. Das Kriegstagebuch der britischen Armee vermerkte später: "300 Gefangene in Trittau gemacht."

"An fremden Wassern weinen"
Nach Kriegsende kamen die Flüchtlinge nach Trittau. Einer von ihnen, der es später zu Weltruhm bringen sollte, war der Schriftsteller Arno Surminski. In seinem Buch "Kudenow- oder an fremden Wassern weinen" hat er diese schwere Zeit literarisch verarbeitet. Trittau und seine damaligen Zustände waren dabei die Vorlage zum Roman.

Nachkriegsjahre
Viele Probleme waren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Trittau zu bewältigen: Flüchtlinge kamen und sollten untergebracht werden, Nahrungsmittel waren knapp. 1950 traten die neuen Gemeinde- und Kreisordnung in Kraft. Viele kleinere Gemeinden wurden in Ämtern zusammengefaßt, so auch das Amt Trittau, das aus Grande, Hamfelde, Hohenfelde, Köthel, Rausdorf, Trittau und Witzhave bestand. Die Amtsverwaltung hatte ihren Sitz im heutigen Bürgerhaus.

Ein Trittauer Ministerpräsident...
Im Gebäude des ehemaligen Trittauer Amtsgerichtes wurde der erste Ministerpräsident und Mitbegründer der CDU Schleswig-Holsteins, Theodor Steltzer (1881-1967), geboren. Während des Krieges war Steltzer Gegner der NSDAP und Mitglied des Kreisauer Kreises. Noch 1945 berief ihn die britische Militärverwaltung zum Oberpräsidenten, nach der Schaffung des Bundeslandes 1946 wurde Steltzer bis zum Wahlsieg der SPD 1947 Ministerpräsident Schleswig-Holsteins.

Aus zwei mach eins!
1965 wurde die Mittelpunktgemeinde Trittau offiziell zum zentralen Ort eingestuft, heute ist Trittau Unterzentrum für 15 umliegende Dörfer. 1970/72 kam es dann zu einer Reform: das Amt Lütjensee wurde aufgelöst und mit seinen Amtsgemeinden Großensee, Grönwohld und Lütjensee das neue Amt Trittau gebildet. Die nun größere Verwaltung konnte nur mit Not untergebracht werden, so daß man die neue Amtsverwaltung baute. 1977 wurde sie fertig gestellt. Ein Jahr später übertrug das Amt die Verwaltung auf die Gemeinde Trittau, die seitdem die Verwaltungsgeschäfte des ganzen Amtes besorgt. Damit ging auch die Epoche der ehrenamtlichen Verwaltung der Gemeinde zuende. Am 18.5.1978 wurde Jochim Schop zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister der Gemeinde Trittau gewählt.

Ein Wappen für die Gemeinde
1982 erhielt die Gemeinde Trittau ihr Wappen. Es hat eine lange Vorgeschichte. Schon 1947 forderte die Gemeindevertretung die Bürger auf, Entwürfe für ein Wappen vorzulegen. Es wurde ein Preis ausgesetzt und vergeben, der an die Bedürfnisse der damaligen Zeit abgestimmt war: ein Meter Brennholz. Leider ist der Entwurf von damals verschwunden. Auf Initiative des Ehrenbürgermeisters Otto Hergenhan und des damaligen Bürgermeister Jochim Schop wurde dann 1982 das neue Wappen eingeführt.

Bei dem als Wahrzeichen gewähltem Fachwerkhaus handelt es sich um das 1701 erbaute Wohnhaus der ehemaligen Trittauer Wassermühle, die als repräsentatives historisches Gebäude dem Ortsbild ein bestimmendes Gepräge gibt. Der grüne Schildfuß soll auf die landschaftlich reizvolle Umgebung Trittaus, insbesondere den nahe gelegenen Forst Hahnheide hinweisen. Der Wellenbalken steht für die im Gemeindegebiet liegenden Wasserläufe Bille und Mühlau